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Nachhaltige Landwirtschaft muss möglich sein

Veröffentlicht in Bundespolitik

In der Ukraine bestellt die größte Agroholding 600.000 Hektar Land. Ähnliche Farmfabriken gibt es auch in Russland, den USA oder Südamerika. Die Haltungsbedingungen der Tiere und die Umweltvorgaben liegen dort häufig weit hinter europäischen Standards zurück. Dennoch ist die EU zweitgrößter Abnehmer von ukrainischen Agrarexporten.

Gerade heute erschien auch in der Badischen Zeitung ein Artikel über die Umweltsünden, die innerhalb der EU begangen werden. In diesem Fall bleibt einem das spanische Gemüse im Hals stecken.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Landwirtschaft, wie jeder andere Betrieb auch, ändern und anpassen muss. Im Bereich Tierwohl und Umweltschutz müssen im 21. Jahrhundert andere Maßstäbe gelten als vor 100 Jahren. ABER: Es muss möglich sein, konkurrenzfähig und auskömmlich zu arbeiten und zwar auch bei den hier üblichen kleinbäuerlichen Strukturen. Zum Vergleich: Neulich auf der Tierseuchentagung in Berlin berichtete ein Kollege aus Thüringen von einem Seuchenausbruch in einem mittelgroßen Betrieb berichtete (2400 Rinder und 5000 Schweine). Das wären bei uns etwa 100 Betriebe.

Vor diesem Hintergrund war es mir ein Anliegen, ein Fachgespräch zum Thema "Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Verbraucherinteressen, Discounterdruck, Umweltschutz und Tourismus" zu initiieren. Nach längerem Anlauf fand es gestern auf dem Thaddäushof in Kirchzarten statt.

Neben unserer parlamentarischen Staatssekretärin im Umweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, nahmen mehrere Vertreter des BLHV, die Junglandwirtin und Milchkönigin Charlotte Mark, natürlich der Betriebsinhaber Herr Bank und Vertreter der Presse teil. Insgesamt eine sehr angenehme Runde, bei der jeder zu Wort kommen konnte und das direkte Gespräch miteinander im Vordergrund stand.

Die Themenvielfalt erstreckte sich dann auch über die gesamte Bandbreite der landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Gülleverordnung, Tierschutz, Blühstreifen, Prämienrecht, Mindestlohn, ...

Als konkrete Wünsche an die Politik und generell die Gesellschaft wurden immer wieder aufgeführt: Respekt und Vertrauen in einander, Abstufungen bei gesetzlichen Regelungen für kleinbäuerliche Strukturen, faire Rahmenbedingungen und auch Verbesserungen im Bildungsbereich. Viele Menschen haben den Bezug zur Landwirtschaft völlig verloren und können daher den Wert von regional erzeugten, gesunden und guten Lebensmitteln nicht mehr ermessen. Da müssen die Schulen gegensteuern.

Ganz wichtig: Vorgaben, die unsere Landwirte hier einhalten müssen, müssen auch für Lebensmittel und Tiere gelten, die zu uns importiert werden. Im Lebensmittelhygienerecht sind wir soweit, warum nicht auch bei Tierwohl und Umweltschutz? Wenn in Fertiggerichten nach wie vor in großem Umfang Eier aus Käfighaltung verarbeitet werden, ohne dass dies auch nur gekennzeichnet werden muss, dann ist das zum einen Verbrauchertäuschung und zum anderen unfairer Wettbewerb.

Es kann nicht im Sinne eines nachhaltigen Umweltschutzes sein, wenn sich die Lebensmittelproduktion bei uns nicht mehr lohnt und dafür in anderen Ländern katastrophaler Raubbau an der Natur betrieben wird und die Waren dann um die halbe Welt verschifft werden, um hier auf den Teller zu kommen.

Birte Könnecke

 

Mehr zum Thema:

» Bericht der Badischen Zeitung zum Fachgespräch

 

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