Rita Schwarzelühr-Sutter: „Wer sich erfolgreich beteiligen kann, bleibt länger am Ort“

Veröffentlicht am 26.08.2021 in AG 60plus

Wenn sich junge Menschen an der Entwicklung ihrer Gemeinde beteiligen, verstärkt das ihre Bindung an ihren Wohnort. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gesprächsrunde der Löffinger Jugendbeteiligung mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter. Seit es das Jugendgremium gibt, ist hier einiges in Bewegung gekommen. „Und von Corona zwar ausgebremst, aber trotzdem nicht mehr aufzuhalten“, sagt die Abgeordnete in ihrem Resumee. 

 

Die Worte, die Selina Frei, Kevin Kindop und Robin Wider für ihre ganz persönliche Corona-Bilanz finden, macht sehr deutlich, dass die Pandemie nicht spurlos an dieser jungen Generation vorbeigegangen ist. „Sehr anstrengend mit Maske und alles“ ist eine Wahrnehmung, die Rede ist auch von „schrecklichem Homeschooling“, von ziemlicher Einsamkeit und der Angst, die Oma mit der tödlichen Krankheit anzustecken.

 

Da ist es nur allzu verständlich, dass die 2019 gebildete Jugendbeteiligung jetzt mit Begeisterung neuen Anlauf nimmt, ihre Projekte ins Ziel zu bringen. Eigentlich wollten sie mit einem Aktionstag in der Gemeinde herausfinden, wo der Schuh drückt. Wo ein Zebrastreifen fehlt, wo die Umwelt leidet, wie Löffingen zu einer Städtepartnerschaft kommt und was es braucht, um den schon lange gewünschten Fußballkäfig zu bekommen.

 

Der Aktionstag ist wegen Corona ausgefallen, ihre Ziele haben die Jugendlichen trotzdem nicht aus den Augen verloren. Der Plan für den Fußball soll demnächst im Gemeinderat vorgestellt werden. Und jetzt lernen sie endlich auch die neue Schulsozialarbeiterin Elisa Camuto persönlich kennen. Wie wichtig gemeinsame Räume für die Jugendlichen sind, macht der Löffinger Jugendreferent Emanuel Kaufmann deutlich: „Diese Angebote sind wichtig für junge Leute, um sie am Ort zu halten“.

 

Genauso wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung, die verhindert, dass die jungen Löffinger mit Beginn einer Ausbildung oder des Studiums nicht nach Freiburg abwandern, weil die tägliche Bahnfahrt Stunden beansprucht. „Mit jetzt einer Stunde und vier Minuten ist das schon ganz gut“, sagt Selina Frei. Aber da wären noch einige Busverbindungen verbesserungsbedürftig. Und dann steht da noch ein öffentlich-kostenloses WLAN auf der Wunschliste der Jugendlichen. Und die Renovierung des örtlichen Bahnhofs – wenn das nicht ein ganz deutliches Signal ist, dass sie eigentlich immer wieder gerne an diesem Halt ankommen wollen. 

 

„Die Jugendbeteiligung ist ein guter Start. Der nächste Schritt wäre dann das Jugendparlament. Das ist ein demokratischer Prozess, um eigene Ziele zu erreichen. Denn wer nichts einfordert, der bekommt auch nichts. Und es ist ein Lernprozess, auf den unbedingt eine Resonanz in der Gemeinde folgen muss. Weil das genau der Ausdruck von Wertschätzung und Respekt ist, der junge Menschen motiviert, sich längerfristig in der Politik zu engagieren und in der eigenen Gemeinde zu bleiben“, sagt Rita Schwarzelühr-Sutter.

 

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